Mikroskopie
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INHALTE

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Forschung
Bisherige und zukünftig geplante wissenschaftliche Projekte und Veröffentlichungen

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Klinik
Bisherige klinische Tätigkeiten, unsere  Reha-Fachklinik, Reha-Standort Bad Bertrich

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Universität Beschreibung der Universität Oradea, Hinweise auf Auslandsstudium, Fernstudiengänge, und Promotionen

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Publikationen
Verzeichnis meiner Veröffentlichungen und Fachbeiträge

Mikroskopie

Im Rahmen von Forschungsaufträgen der Medizinischen Fakultät der Universität Oradea werden neben Themen der praktischen Medizin auch medizinisch relevante lichtmikroskopische Fragestellungen bearbeitet. Diese avisieren derzeitig zwei Themenbereiche: Verbesserte Darstellungsverfahren etablierter Beleuchtungsmethoden und modulare Anwendung der digitalen Mikrofotografie unter Einsatz handelsüblicher Systemkomponenten zur Übermittlung histopathologischer Bilddateien in der Telemedizin.

 

Relief-Phasenkontrast

Aktuell wurde der Relief-Phasenkontrast als neue verbessernde Variante des konventionellen Phasenkontrastes entwickelt. Diese Beleuchtungsmethode bietet mehrere praxisrelevante Vorteile, weshalb sie als sinnvolle Ergänzung des herkömmlichen Phasenkontrastes betrachtet werden kann.

Der konventionelle Phasenkontrast zeigt mehrere technisch bedingte Limitierungen:
- Halo-Artefakte (helle oder dunkle Randsäume)
- Relativ geringe Tiefenschärfe infolge fehlender Abblendmöglichkeit
- Ggf. auch geringe Konturschärfe infolge fehlender Abblendmöglichkiet
- Fehlende Dreidimensionalität (keine 3 D-Effekte wie im Interferenzkontrast)
- Begrenzter Kontrast bei sehr dünnen Objekten mit minimalem Gangunterschied
- Hohe Abhängigkeit der Bildqualität vom Korrektionsaufwand der Objektive
- Eingeschränkte Kompatibilität von Objektiven unterschiedlicher Hersteller.

Somit stellte sich die Aufgabe, durch experimentelle Veränderungen im beleuchtenden Strahlengang von Phasenkontrast-Mikroskopen Verfahren zur Qualitätssteigerung, insbesondere zur Verbesserung der Strukturdarstellung zu entwickeln, welche nach Möglichkeit gegebene herstellerbezogene Kompatibilitätsbarrieren beseitigen und mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand realisierbar sein sollten.

Resultat dieser  experimentellen Veränderungen war der Relief-Phasenkontrast. Dieser bietet im Vergleich zum konventionellen Phasenkontrast die folgenden Vorteile:
- Reduktion von Halo-Artefakten (abhängig von der Objektbeschaffenheit)
- Deutliche Steigerung der Tiefenschärfe und Konturschärfe, ähnlich Hellfeld
- Betonung der Dreidimensionalität des Objektes, ähnlich Interferenzkontrast
- Erhöhung des Kontrastes speziell bei sehr dünnen opaken Strukturen
- Sichtbare Verringerung von Abbildungsrestfehlern (sphaerisch/chromatisch)
- Herstellerunabhängige Verwendbarkeit beliebig kombinierbarer Objektive.

Diese neu entwickelte Beleuchtungsvariante wurde zum Patent angemeldet.

Plattenepithelzellen der Mundschleimhaut (Frischpräparat)
einfach korrigiertes achromatisches Phasenkontrast-Objektiv
konventioneller Phasenkontrast (links)
Relief-Phasenkontrast (rechts)
Sichtbare Qualitätssteigerung und Aussageverbesserung durch Relief-Phasenkontrast bei Verwendung ein und des selben Objektivs

Alle relevanten Details zu dieser Beleuchtungsart werden auf gesonderten Internetseiten dargestellt:

Deutscher Beitrag: www.relief-phasenkontrast.de

Englischer Beitrag: www.relief-phase-contrast.com

 

Bisherige Publikationen:

Piper, J.: Relief-Phasenkontrast - eine universell einsetzbare Modifikation des Phasenkontrastes mit verbesserter Bildqualität
(eingereicht: 24.05.2006, angenommen: 30.05.3006)
Mikrokosmos 96, Heft 4, 223-229, 2007

Piper, J.: Relief-phase-contrast- a new improving modification of phase contrast
(eingereicht: 19.06.2006, angenommen: 23.06.2006)
European Microscopy and Analysis 21 / 4, 9-12, 2007

 

 

Luminanzkontrast

Durch verschiedene technische Modifikationen auf Objektiv- und Beleuchtungsebene können feine opake Objekte mit geringen Gangunterschieden bei optimiertem Kontrast und maximierter Auflösung in endgradig hohen Vergrößerungen dargestellt werden. Auf diese Weise können Strukturen im Grenzbereich der lichtmikroskopischen Darstellbarkeit beobachtet und fotografisch dokumentiert werden. Unter Verwendung ein und des selben Objektivs kann stufenlos kann zwischen drei verschiedenen Varianten des Luminanzkontrastes gewechselt werden: Luminanz-Dunkelfeld, Luminanz-Phasenkontrast und Luminanz-Interferenzkontrast. 

Durch Farbfiltertechniken können zusätzliche Farbkontraste ereicht werden, welche eine Objekt-Kontrastierung im Doppelkontrast zweier komplementärer Farben ermöglichen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Beleuchtungsmethoden (Phasenkontrast, Dunkelfeld, Interferenzkontrast) ergibt Luminanzkontrast eine gesteigerte Tiefenschärfe, vor allem in endgradigen Vergrößerungsbereichen und eine deutlich verbesserte Darstellung von Binnenstrukturen im jeweiligen Objekt (z.B. in Bakterien-Protoplasten). Zusätzlich ist das Auslösungsvermögen des jeweiligen abbildenden optischen Systems im Vergleich zu konventionellen Beleuchtungsverfahren deutlich gesteigert. Die Methode erscheint daher auch prädestiniert, in Kombination mit fluoreszenzmikroskopischen Techniken eingesetzt zu werden.

Neben modifizierten Linsenobjektiven können insbesondere auch Spiegelobjektive mit hervorragenden Erfolgen eingesetzt werden. Dies gab Veranlassung, im Rahmen der Entwicklung und Evaluation des Luminanzkontrastes auch die insgesamt bestehenden Vorteile von Spiegeloptiken für lichtmikroskopische Applikationen systematisch zu untersuchen. Auch diese Ergebnisse wurden publiziert.

Der Luminanz-Kontrast und seine verschiedenen technischen Ausführungsvarianten wurden ebenso wie der Relief-Phasenkontrast zum Patent angemeldet. 

Bakterienzellen der Mundflora (Frischpräparat)
Oben: Luminanz-Dunkelfeld (horizontale Feldweite: 80 µm)
Mitte: Ausschnittsvergrößerung (horizontale Feldweite: 20 µm)
Unten: Luminanz-Phasenkontrast (horizontale Feldweite: 15 µm)

Alle relevanten Details zu dieser Beleuchtungsart werden auf gesonderten Internetseiten dargestellt:

Deutscher Beitrag: www.luminanz-kontrast.de

Englischer Beitrag: www.luminance-contrast.com

 

Bisherige Publikationen:

Piper, J.: Luminance-contrast - a new visible light technique for examining transparent specimens
(eingereicht: 07.06.2007, angenommen: 08.06.2007)
Microscopy Today 15 / 4, 26-34, 2007
(Organ der Microscopy Society of America / MSA)

Piper, J.: Luminance contrast, a new illumination technique in light miroscopy: optical basics, practical evaluations, further developements 
(eingereicht: 03.11.2007, ohne Änderungen angenommen: 30.03.2008) 
Opt. Int. J. Light Electron. Opt. (2008) doi: 10.1016/j.ijleo.2008.03.032, Elsevier, 2008
http://dx.doi.org/10.1016/j.ijleo.2008.03.032
Opt. Int. J..Light Electron. Opt. 120, 963-975, Elsevier, 2009

Piper, J.: Spiegelobjektive in der Mikroskopie – ein Plädoyer für “optische Dinosaurier”
(eingereicht: 12.09.2009, angenommen: 14.09.2009)
Mikrokosmos

Piper, J.: Mirror lenses in light microscopy – theoretical considerations and practical implications
(eingereicht: 06.10.2009, ohne Änderungen angenommen: 20.10.2009)
Microscopy Research and Technique, Wiley-Blackwell, 2010


 

 

Abgeblendeter Phasenkontrast und abgeblendetes Dunkelfeld

Durch optische Veränderungen eines Universalkondensors zur Hellfeld-, Phasenkontrast- und Dunkelfelduntersuchung (Konstruktionstyp nach Zernike) konnte erreicht werden, dass sich die Projektionsebene der kondensorseitigen Aperturblende nicht länger in die hintere Objektivbrennebene projiziert, sondern in eine tiefer gelegene Intermediärebene zwischen hinterer Brennebene und Objektebene. Gleichzeitig wurde eine variable Einstellung der Schnittweite des Kondensors realisiert, so dass die beleuchtenden Strahlen in veränderbarem, unterschiedlich steilem Winkel auf das Objekt treffen können. Schließlich wurde direkt unterhalb der Aperturblende im Kondensor eine zweite Irisblende integriert, welche horizontal verschoben werden kann. Wird diese Zusatzblende in zentrierter Position geschlossen, kann dir resultierende Tiefenschärfe infolge zweistufiger Abblendung noch weitergehend gesteigert werden. Durch kontrollierte Dezentrierung dieser zweiten Blende kann eine Schrägbeleuchtung erreicht werden, welche, ähnlich wie beim Relief-Phasenkontrast, die Dreidimensionalität des Objektes plastisch hervorhebt und aus physikalischen Gründen bei geeigneten Objekten die laterale Bildauflösung steigern kann.

Durch diese Veränderungen des optischen Designs erschließt sich die Möglichkeit, die Aperturblende des Kondensors auch bei Phasenkontrast- und Dunkelfeld-Beobachtungen zur Verbesserung der Bildqualität einzusetzen.

Bei herkömmlicher Phasenkontrast- und Dunkelfeldbeleuchtung kann die Aperturblende, sofern im Kondensor überhaupt vorhanden, grundsätzlich nicht in ihrer Öffnungsweite verringert werden, da es hierdurch zur sofortigen Abschattung des beleuchtenden Strahlenganges kommt. Daher können die bekannten optischen Vorteile einer moderaten Abblendung, welche jedem Anwender aus der Hellfeld-Mikroskopie heraus geläufig sind, bei konventionellen Phasenkontrast- und Dunkelfeldbeobachtungen nicht genutzt werden. Die eigentliche Bedeutung der hier vorgestellten Verfahren liegt folglich darin, dass die optische Qualität von Phasenkontrast- und Dunkelfeldbildern nun unter Zuhilfenahme der Aperturblende sichtbar gesteigert werden kann. Im Einzelnen hat ein moderates Schließen der Aperturblende die folgenden positiven Auswirkungen:

- Steigerung der Konturschärfe, vor allem bei linearen Strukturen
- Anhebung des Objektkontrastes
- Steigerung der sichtbaren Tiefenschärfe
- Verringerung von Randunschärfen infolge sphaerischer Aberration.
- Erhöhte Plastizität bei Schrägbeleuchtung

Zusätzlich werden durch die beschriebene Abblendung des Strahlenganges typische Nachteile einer konventionellen Ausführung (Halo-Artefakte beim Phasenkontrast, Randüberstrahlungen beim Dunkelfeld) sichtbar verringert oder vollständig ausgeschaltet. Im abgeblendeten Dunkelfeld sind die qualitätsverbessernden Effekte bei direktem Vergleich ausgeprägter als diejenigen Verbesserungen, welche sich bei konventioneller Technik durch Abblenden einer integrierten Irisblende in Dunkelfeldobjektiven erreichen lassen. Andererseits kann die beschriebene abgeblendete Dunkelfeldbeleuchtung auch unter Verwendung solcher Dunkelfeldobjektive ausgeführt werden. In diesem Fall kann kann eine dezente Abblendung des Objektivs weitere positive Effekte hervorrufen (weitergehende Erhöhung der Tiefenschärfe und noch ausgeprägtere Unterbindung von Randüberstrahlungen).

Die verschiedenen Ausführungsvarianten, welche zur Realisierung dieser Beleuchtungsverfahren in Betracht kommen, wurden ebenfalls zum Patent angemeldet.

Erythrocyten, abgeblendeter  Phasenkontrast (horizont. Feldweite: 90 µm)
Optimierung von Tiefenschärfe, Konturschärfe und Plastizität

 




Radiolarie, Länge: 0, 24 mm, abgeblendetes Dunkelfeld

 


Radiolarie, Länge: 0,26 mm, abgeblendetes Dunkelfeld, Schrägbeleuchtung;
blaugrundige Hintergrundaufhellung

 

 



Diatomeen, 0,14 mm Durchmesser, abgeblendetes Dunkelfeld im durchfallenden monochromatischen Blaulicht, simultanes Auflicht-Dunkelfeld in monochromatischem Rotlicht, Halbleiter-Mikroskop

Bisherige Publikationen:

Piper, J.: Abgeblendeter Phasenkontrast – Eine attraktive optische Variante zur Verbesserung von Phasenkontrastbeobachtungen 
(eingereicht: 05.01.2009, angenommen: 21.01.2009)
Mikrokosmos 98, Heft 4, 249-254, 2009

Piper, J.: Verbesserte Darstellung dreidimensionaler transparenter Objekte in modifizierten Dunkelfeld-Techniken und digitalisiertem Interferenzkontrast 
(eingereicht: 02.06.2008, angenommen: 03.06.3008) 
Mikrokosmos 98, Heft 2, 117-123, 2009

Piper, J.: Improved techniques for imaging of three-dimensional transparent specimens in advanced darkfield and interference contrast modes
(eingereicht: 15.02.2009, angenommen: 06.04.2009)
Microscopy Today, 17 / 3, 20-28, 2009
http://www.microscopy-today.com

Piper, J.: Condenser aperture reduction phase contrast – a new technique for improved imaging in light microscopy
(eingereicht: 24.03.2010, angenommen: 09.04.2010)
Journal of Advanced Microscopy Research (JAMR)

 

 

Variabel trimmbarer Phasenkontrast 

Diese zum Patent angemeldete Modifikation des Phasenkontrastes beruht auf einer Veränderung des optischen Designs von Phasenringen, und zwar dergestalt, dass der jeweilige Phasenring aus mehreren verschiedenen Segmenten besteht, welche unterschiedliche Phasenverzögerungen bewirken. Korrespondierend hierzu, ist der ringförmige Lichtdurchlass im Phasenkontrast-Kondensor durch segmentale Kreisbogenabschnitte zu ersetzen, deren Länge und Anordnung mit den jeweiligen Segmenten des Phasenringes kongruent ist. Durch eine kontrollierte Rotation des Kondensor-Lichtringes oder des objektivseitigen Phasenringes können nun unterschiedliche Segmente des Phasenringes von dem hierauf abgestimmten und ebenfalls segmental begrenzten Beleuchtungslicht angesteuert werden. Auf diese Weise können unterschiedliche Variationen und Intensitäten der Kontrastverstärkung bei Beobachtungen von transparenten ungefärbten Objekten erreicht werden.

 

Digitaler Hellfeld-basierter Phasenkontrast

Digitale Hellfeldbilder von transparenten ungefärbten Objekten (sog. Phasenobjekten) können im Rahmen eines komplexen Postprocessings in ultra-hoch kontrastierte Ansichten konvertiert werden, welche alle wesentlichen strukturellen Details in einer überlegenen Deutlichkeit erkennen lassen. Zu diesem Zweck ist das Ausgangsmaterial zunächst auf geeignete Weise mittels spezieller HDR-Software so zu bearbeiten, dass der Dynamikumfang des Ausgangsbildes potenziert wird (HDR = High Dynamic Range). In einem zweiten Bearbeitungsschritt können Gradation, Histogramm, Helligkeit und Kontrast visuell kontrolliert weitergehend angepasst werden, so dass auch sehr feine und extrem kontrastschwache Details letztlich stufenlos im Kontrast steigerbar werden, ohne dass es zu "Übersteuerungen" des Bildes oder zu störendem Hintergrundrauschen kommt. Abschließend sollte eine Konvertierung in Schwarz-Weiß-Ansichten durchgeführt werden. Durch eine Optimierung der Grau-Tonwertabstufungen kann die maximal erreichbare Abbildungsgüte des Schwarz-Weiß-Bildes noch weiter gesteigert werden.

Die resultierende Bildqualität kann konventionellen Phasenkontrastbildern überlegen sein, da die Aperturblende im Hellfeld-Strahlengang zur Qualitätsverbesserung verwendet werden kann, die Beleuchtungsapertur dennoch höher als bei Phasenkontrastbeleuchtung liegt und kein objektivseitiger Phasenring notwendig ist.

Native Epithelzelle der Mundschleimhaut, konventionelles Hellfeld (links),
ultra-hoch kontrastverstärktes Hellfeld (rechts), Darstellung von Phasenstrukturen in stufenlos steigerbarem Kontrast

 

Bisherige Veröffentlichungen:

Piper, J.: Software-gestützte Kontrastierung feiner Helligkeitsdifferenzen in Hellfeldbildern
(eingereicht: 20.01.09, angenommen: 02.02.2009)
Mikrokosmos 98, Heft 5, 315-318, 2009 

Piper, J.: Ultra-high contrast amplifying in bright-field images
(eingereicht: 11.07.2009, angenommen: 16.07.2009)
Microscopy Today x / y, zz-zz, 2010 
(Organ der Microscopy Society of America / MSA)
Cambridge Universtiy Press
doi: 10.1017/S1551929510000222

 

 

Digitale Mikrofotografie

Technische Optimierung digitaler Mikrofotographie als Voraussetzung zur Übermittlung histopathologischer Bilddaten in der Telemedizin und als Grundlage einer optimierten Bilddokumentation und Bildrekonstruktion

Traditionell hatten die Hersteller gebräuchlicher Lichtmikroskope diverse Systemkomponenten in ihrem Sortiment, um handelsübliche analoge Kameras zur mikrofotografischen Bilddokumentation einsetzen zu können. Diese Systemkomponenten waren technisch ausgereift und speziellen Apparaturen, die ausschließlich für fotografische Einsätze in der Lichtmikroskopie konzipiert waren, technisch ebenbürtig; sie wurden daher vielfach auch im professionellen Bereich genutzt, beispielsweise zur Fotodokumentation histo- und zytopathologischer Befunde.

Für Digitalkameras ist dieses Segment vergleichsweise gering besetzt. Anstelle der früheren Komponenten zur Adaptation handelsüblicher Kameras werden herstellerseitig mehrheitlich spezielle digitale Kameramodule favorisiert, die als Komponenten der jeweiligen Mikroskope nur zur Fotografie an diesen Mikroskopen verwendet werden können. Diese speziellen Kamera-Module liegen hinsichtlich ihrer physikalischen Auflösung nicht über hochwertigen Konsumer-Kameras, sind jedoch deutlich kostenaufwendiger als diese. Gleiches gilt auch für spezielle, auf dem Markt befindliche Digitalmikroskope, welche digitale Fotomodule als fest integrierte Komponenten beinhalten.

Die Ursache für diese Entwicklung dürfte in der Problematik liegen, dass die digitale Fotografie in mehrfacher Hinsicht anderen Gesetzen unterliegt als die herkömmliche analoge Fotografie. Daher können sich vielfältige, von diversen Autoren publizierte Schwierigkeiten ergeben, wenn handelsübliche Digitalkameras zur Digitalfotografie an Lichtmikroskope adaptiert werden sollen.

Andererseits sind solche Adaptation, sofern qualitativ brauchbar, wünschenswert, da in diesem Fall mit überschaubarem wirtschaftlichem und technischem Aufwand alle grundsätzlichen Vorteile der digitalen Bilderstellung in breiter Anwendung genutzt werden können (direkte Verfügbarkeit des erstellten Bildes, schnelle Vervielfältigung in beliebiger Menge, direkte Integration in Befundmitteilungen, digitale Nachbearbeitung/ Postprocessing, unmittelbare Möglichkeit der digitalen Bildweiterleitung im Rahmen telemedizinischer Projekte).

Speziell in der Histopathologie und Hämato-Onkologie ist von grundsätzlichem Interesse, zytologische und histopathologische lichtmikroskopische Bilder auf einfache und effektive Weise kostengünstig und dennoch qualitativ hochwertig zu dokumentieren, in Befundmitteilungen zu integrieren und in schwierigen differentialdiagnostischen Einzelfällen auf der Basis digitaler Bildübermittlungen in telemedizinischen Konferenzen zu diskutieren.

Vor diesem Hintergrund wurden konkrete technische Realisationen erarbeitet werden, um unter Verwendung handelsüblicher digitaler Sucher- und Spiegelreflex-Kameras mikrofotografische Bilddokumentationen zu realisieren, die qualitativ der analogen Mikrofotografie entsprechen. Die technischen und physikalischen Grundlagen spezifischer Artefakte in der digitalen Mikrofotografie wurden eingehend evaluiert und Konzepte zur artefaktfreien digitalen Fotodokumentation entwickelt .

Weiterhin wurden diverse komplementäre Techniken zur qualitativen Verbesserung der digitalen Bilderstellung evaluiert und publiziert (Blitzlicht-gesteuerte Ultrakurzzeitbelichtung, diverse Filtertechniken, Software-gestützte Sandwich-Techniken, Stacking-Techniken zur Schärfeoptimierung, HDR-Rendering zur Konntrastangleichung u.a.). 

Einige der erarbeiteten digitalen Aufnahme- und Bearbeitungstechniken wurden auch in der Astro-Fotografie erprobt und eingesetzt.

Weitere  relevante Details zu diesen Aufgabenstellungen werden auf separaten Internet-Seiten dargestellt:
www.mikrofotografie.info und www.mikrofotographie-digital.de.

 

Bisherige Publikationen:

Piper, J.: Technische Realisation digitaler Mikrofotografie mit handelsüblichen Consumer-Digitalkameras
Teil 1: Allgemeine Aspekte, Verwendung von Kompakt- und Bridge-Kameras
(eingereicht: 07.08.2006, angenommen: 10.08.2006)
Mikrokosmos 96, Heft 2, 111-124, 2007

Piper, J.: Technische Realisation digitaler Mikrofotografie mit handelsüblichen Consumer-Digitalkameras
Teil 2: Digitale Spiegelreflex-Kameras, Elektronenblitz-Fotografie, zukünftige Entwicklungen
(eingereicht: 07.08.2006, angenommen: 10.08.2006)
Mikrokosmos 96, Heft 3, 173-182, 2007

Piper, J.: Adapting consumer digital cameras for photomicrography: 
Technical aspects
eingereicht: 18.09.2006, angenommen: 04.10.2006)
European Microscopy and Analysis106, S5-8, 2007

Piper, J.: Erweiterte Techniken zur Software-gestützten dreidimensionalen Rekonstruktion und Schärfeoptimierung mikrofotografischer Bilder
(eingereicht: 21.10.2006, angenommen: 26.10.2006)
Mikrokosmos 97, Heft 4, 221-229, 2008

Piper, J.: Einsatz astronomischer Filter in Mikroskopie und Mikrofotografie
(eingereicht: 22.01.2007, angenommen: 23.01.2007)
Mikrokosmos 97, Heft 1, 43-49, 2008

Piper, J.: Ringartefakte in Mikroskopie und digitaler Mikrofotografie
Klassifikation, Entstehung, physikalische Beschreibung
(eingereicht: 05.02.2007, angenommen: 07.02.2007)
Mikrokosmos 97, Heft 3, 169-176, 2008

Piper, J.: Use of astronomy filters in light microscopy and photomicrography
(eingereicht: 20.02.2007, angenommen: 21.04.2007)
Microscopy Today, 15 / 3, 30-35, 2007
(Organ der Microscopy Society of America / MSA)
http://www.microscopy-today.com

Piper, J.: Multicolor contrast effects by monochromatic astro filters – utilization in light microscopy and photomicrography
(eingereicht: 12.08.2008, angenommen: 06.12.2008)
Microscopy Today 16 / 5, 20-26, 2008 
(Organ der Microscopy Society of America / MSA)
http://www.microscopy-today.com

Piper, J.: RGB-Splitting and multi-shot techniques in digital photomicrography – utilization of astronomic RGB-filters in true color imaging 
(eingereicht: 17.10.2008, angenommen: 13.11.2008)
Microscopy Today 17 / 1, 48-51, 2009
Organ der Microscopy Society of America / MSA)
http://www.microscopy-today.com

Piper, J.: Verwendung von Astro-Filtern in Mikroskopie und Mikrofotografie 
- eine systematische Einführung
Monographie für Fa. Baader-Planetarium, 43 Druckseiten, Juli 2008

Piper, J.: Verwendung von Baader RGB-Filtern (Contrast-Booster- und Semi-Apo-Filter) in Mikroskopie und Mikrofotografie
- eine praxisbezogene Übersicht -
Monographie für Fa. Baader-Planetarium, 8 Druckseiten, Jan. 2009

Piper, J.: Verwendung monochromatischer Astro-Filter in Mikroskopie und Mikrofotografie  
- eine praxisbezogene Übersicht -
Monographie für Fa. Baader-Planetarium, 8 Druckseiten, Jan. 2009

Piper, J.: Einsatz  von Baader-RGB-Farbfiltern bei Multi-Shot-Techniken in Mikroskopie und Mikrofotografie 
- eine praxisbezogene Übersicht -
Monographie für Fa. Baader-Planetarium, 7 Druckseiten, Jan. 2009

Piper, J.: Einsatz des Baader Contrast-Booster und Semi-Apo-Filters in der Allgemeinfotografie 
- eine kurz gefasste Übersicht -
Monographie für Fa. Baader-Planetarium, 8 Druckseiten, Jan. 2009

Piper, J.: Einsatz von Baader RGB-CCD-Filtern in der Allgemeinfotografie
- eine kurz gefasste Einführung in Multi-Shot-Techniken -
Monographie für Fa. Baader-Planetarium, 5 Druckseiten, Jan. 2009

Piper, J.: Software-based three dimensional reconstructions and enhancements of focal depth in microphotographic images 
(eingereicht: 27.03.2007, angenommen: 15.05.2007)
In: Méndez-Vilas, A., Diaz, J. (Hrsg.): Modern Research and Educational Topics in Microscopy, Vol. 2, 900-905
Formatex Research Center, Badajoz, SPAIN, 2007
ISBN-13: 978-84-611-9420-9
http://www.formatex.org/microscopy3/index.htm
http://www.formatex.org/microscopy3/pdf/pp900-905.pdf 

Piper, J.: Fotodokumentation großflächiger Objekte - ein Methodenvergleich
(eingereicht: 18.10.2007, angenommen: 22.10.2007)
Mikrokosmos 97, Heft 5, 304-307, 2008

Piper, J.: Wide field and deep focus imaging in photomicrography - optical and software-based techniques 
(eingereicht: 17.12.2007, angenommen: 30.12.2007) 
Microscopy Today 16 / 2, 32-37, 2008 
(Organ der Microscopy Society of America / MSA)
www.microscopy-today.com

Piper. J.: Use of software to enhance depth of field and improve focus in photomicrography 
(eingereicht: 02.01.2008, angenommen: 06.03.2008) 
European Microscopy and Analysis 113, 15-19, May 2008 

Piper, J.: Verbesserte Darstellung hoher Kontrastumfänge in der Mikrofotografie (HDR- und DRI-Techniken) 
(eingereicht: 09.04.2008, angenommen: 11.04.2008) 
Mikrokosmos 97, Heft 6, 375-382, 2008 

Piper, J.: Digitale Finsternisfotografie aus freier Hand
Sterne und Weltraum, Heft 2, 72-75, Spektrum der Wissenschaft-Verlag, 2008

Piper, J.: Freihand-Fotografie der Internationalen Raumstation 
Sterne und Weltraum, Heft 5, 104-106, Spektrum der Wissenschaft-Verlag, 2008 

Piper, J.: Image processing for the optimization of dynamic range in photomicrography
(eingereicht: 27.06.2008, angenommen: 05.09.2008)
European Microscopy and Analysis 117, 23 (1), S5-S9 (EU), 2009

Piper, J.: Software-based stacking techniques to enhance depth of field and dynamic range in digital photomicrography. In: Hewitson, T.D., Darby, I.A. (Hrsg.): Springer Protocols, Methods in molecular biology 611, Histology protocols, Chapter 16, 193-210, Humana Press, 2010 

Piper, J., Chmela, G.: Optimierte Beobachtung und Fotodokumentation fein strukturierter Diatomeenschalen im Grenzbereich lichtmikroskopischer Auflösung
(eingereicht: 12.08.2009, angenommen: 14.08.2009)
Mikrokosmos 99, Heft 2, 115-122, 2010

Piper, J., Chmela, G.: Advanced techniques in observation and photomicrography of subcellular structures in diatom shells
(eingereicht: 11.09.2009, angenommen: 12.09.2009 )
Microscopy Today x / y, zz-zz, 2009 
(Organ der Microscopy Society of America / MSA)
Cambridge University Press
www.microscopy-today.com

Piper, J.: Image processing for the optimization of dynamic range and ultra-high contrast amplification in photomicrography
(eingereicht: 06.03.2010, angenommen: 12.03.2010) 
In: Méndez-Vilas, A., Diaz, J. (Eds): Modern Research and Educational Topics in Microscopy, Vol. 3, xxx-xxx 
Formatex Research Center, Badajoz, SPAIN, 2010 
ISBN
http://www.formatex.org/
http://www.formatex.org/ 

Piper J.: High-grade imaging of diatoms and radiolarians in light microscopy – optical and software-based techniques
(eingereicht: 05.05.2010, angenommen: )
Diatom Research 

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